Kian

Alter: August 2024

Geschlecht: Rüde

Größe: mittel

Versteht sich gut mit: anderen Hunden

Aufenthaltsort: Rumänien

Kian, ein stiller Blick voller Fragen

Als unser Kollege Kian auf der Straße fand, war er nicht allein. Gemeinsam mit Elina wurde er in Sicherheit gebracht. Zwei junge Hunde, die niemand mehr haben wollte und die plötzlich an einem Ort ankamen, der zwar Schutz bedeutet, sich für sie aber trotzdem nicht wie ein Zuhause anfühlt.

Kian ist noch jung und doch wirkt sein Blick oft so, als würde er viel mehr verstehen, als ein Hund in seinem Alter eigentlich verstehen sollte. Die fremde Umgebung, die vielen Hunde, die Geräusche und die ständige Unruhe sind für ihn nicht leicht. Besonders im Shelter fühlt sich Kian sichtlich unwohl.

Er ist kein Hund, der sich einfach mitten ins Geschehen stürzt. Viel lieber beobachtet er zunächst aus sicherer Entfernung, versucht einzuschätzen, was um ihn herum passiert, und hält sich ein wenig zurück. Manchmal braucht es einfach länger, bis ein Hund wieder Vertrauen in seine Umgebung fassen kann.

Vielleicht fragt sich Kian jeden Tag aufs Neue, was aus seinem Leben geworden ist. Warum er plötzlich hier ist. Warum alles so laut und fremd geworden ist. Und ob irgendwann wieder ein Ort kommt, an dem er sich nicht ständig fragen muss, ob alles gut ist.

Dabei sollte ein zweijähriger Hund eigentlich voller Lebensfreude sein. Rennen, schnüffeln, spielen, neugierig sein und die Welt entdecken. Bei Kian scheint diese Leichtigkeit momentan unter seiner Unsicherheit begraben zu liegen.

Doch sie ist bestimmt noch da.

Manchmal braucht es einfach Geduld, Ruhe und Menschen, die nicht erwarten, dass Vertrauen von heute auf morgen entsteht. Menschen, die auch die kleinen Fortschritte sehen. Einen vorsichtigen Blick. Einen zaghaften Schritt nach vorne. Einen Moment, in dem die Anspannung nachlässt.

Kian hat seine Geschichte noch lange nicht zu Ende geschrieben. Vielleicht wartet irgendwo in ihm noch immer dieser fröhliche junge Hund, der einfach wieder wissen möchte, wie sich Sicherheit anfühlt.

Und bis dahin bleibt nur der Wunsch, dass er eines Tages wieder unbeschwert sein darf.

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